Auslandskrankenversicherung eu

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Wann braucht man eine Auslandskrankenversicherung?

Unfall im Urlaub: Ein Ambulanzwagen am Strand von Mallorca. Foto: pa/dpa

Jeder fünfte Urlauber ist auf Reisen schon einmal krank geworden. Wann reicht die Krankenversicherung und wann sollte man eine Auslandskrankenversicherung abschließen?

Wer verschwendet in seiner Urlaubsvorfreude schon einen Gedanken an eine Auslandskrankenversicherung? Wer sich auf den Urlaub freut, denkt meist nicht daran, dass er auf Reisen möglicherweise ärztliche Hilfe braucht. Dabei wäre die Sorge vor einer Erkrankung im Urlaub durchaus berechtigt. Bei einer von TNS Infratest durchgeführten Umfrage gab jeder Fünfte an, während seines Auslandsurlaubs schon mindestens einmal krank gewesen zu sein oder einen Unfall erlitten zu haben. Starke Sonnenbrände, Erkältungen, Durchfälle, Allergien und Hautverletzungen gehören zu den häufigsten Gründen für einen Arzt- oder Krankenhausbesuch.

Grundsätzlich gilt: In Staaten der Europäischen Union und in der Schweiz braucht man nicht unbedingt eine besondere Auslandskrankenversicherung. Hier können Betroffene mit der Europäischen Krankenversicherungskarte direkt Arzt, Krankenhaus oder andere sogenannte Leistungserbringer aufsuchen. Der EU-Ausweis befindet sich oft auf der Rückseite der normalen Krankenversicherungskarte. Wenn nicht, sollten Versicherte vor Beginn der Reise diese Karte oder einen sogenannten Anspruchsschein bei ihrer Kasse besorgen. Mit der Türkei, Serbien, Montenegro, Mazedonien, Bosnien Herzegowina, Kroatien oder auch Tunesien gibt es dagegen für kranke Reisende ein Sozialversicherungsabkommen. Dort gilt dann der Auslandskrankenschein, der ebenfalls vor Reiseantritt von der Kasse ausgestellt wird.

Odyssee ohne Auslandskrankenversicherung

Wer in diesen Ländern, in einem EU-Staat oder der Schweiz erkrankt, hat im Prinzip zwar Anspruch auf die Leistungen, die das Sozialsystem dort vorsieht. In der Praxis aber kann das zu einer verwirrenden Odyssee durch die Gesundheitsbürokratie des Gastlandes führen — etwa in der Türkei. So hilft nur eine zusätzliche Auslandskrankenversicherung, nicht aber die Europäische Krankenversicherungskarte oder der Auslandskrankenschein bei einer Behandlung durch einen Privatarzt.

Dessen sind sich die Urlauber nicht immer bewusst, sagt Mareke Kortmann vom Europäischen Verbraucherzentrum (EVZ) in Kiel. Bei einer Gallenkolik oder einem Beinbruch wird die nächstbeste Klinik oder ein Arzt aufgesucht, egal, ob man zuvor eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen hat. Im guten Glauben legen die Patienten ihre Versicherungskarte vor und sind erstaunt, wenn sie nach der Behandlung eine Rechnung bekommen. Wieder heimgekehrt komme die böse Überraschung. Oft zahlt die Krankenkasse höchstens den Betrag, den sie in Deutschland zahlen würde. Das ist aber, so Kortmann, häufig nur ein Bruchteil dessen, was auf der Rechnung steht. Bei einem Krankenhausaufenthalt kämen schnell einige Tausend Euro zusammen.

Wer sich bei der Reise auf die Leistungen seiner deutschen Kasse verlassen will, tut gut daran, entsprechende Merkblätter der Kassen ins Handgepäck zu legen und vorher nach Telefon-Notfallnummern zu fragen. Einige bieten nämlich solche Hotlines für Hilfe suchende Urlauber an.

Rücktransport nur mit Auslandskrankenversicherung

Für Katharina Henrich von der Stiftung Warentest indessen ist klar: Ohne eine Auslandskrankenversicherung sollte niemand verreisen.. Bei ihrer Untersuchung 2012 bekamen von 44 Tarifen sieben die Note Sehr gut und 11 ein Gut (siehe Tabelle). Diese Versicherungen zahlen in vielen Fällen auch den Krankenrücktransport, den deutsche Kassen (auch die meisten privaten) aufgrund einer gesetzlichen Regelung nicht übernehmen dürfen, betont Henrich. Wer in ein außereuropäisches Land ohne Sozialversicherungsabkommen reist, sollte sich ohnehin extra versichern, sonst muss eine Behandlung komplett privat bezahlt werden. Das gilt zum Beispiel bei Reisen in beliebte Urlaubsländer wie Thailand, Ägypten oder die USA.

Bild: Auszug aus den Testergebnissen von „finanztest“ Nr. 6/2012. Zum Vergrößern klicken. Grafik: Anders

Die meisten Kassen bieten ihren Versicherten eine Auslandkrankenversicherung in Zusammenarbeit mit Partnern an, die Jahresprämie liegt oft unter zehn Euro. Für Familien gibt es häufig spezielle Angebote von 15 bis 30 Euro. Die meisten Reisekrankenversicherungen sind Jahresverträge, der Begriff täuscht jedoch: Man kann zwar beliebig oft, aber nicht beliebig lange verreisen. Meist sind es nur 42 Tage am Stück, bei der Debeka bis zu 70 Tage. Mehr als die Hälfte der Unternehmen übernehmen den Rücktransport schon dann, wenn die Behandlung im Krankenhaus voraussichtlich mehr als 14 Tage dauert. Der Schutz gilt, solange das Auswärtige Amt keine klare Reisewarnung für das Urlaubsland ausgesprochen hat.

Trotzdem kommt es immer wieder zu Problemen. Strittig ist häufig, wann ein Rücktransport aus dem Urlaubsland medizinisch notwendig ist. Dazu befand das Amtsgericht Stuttgart, dass allein die Erwartung, der Urlauber werde zu Hause in vertrauter Umgebung schneller genesen, die Versicherung nicht zur Kostenübernahme verpflichte (Az.: 1 C 9977/96). Weigert sich die Krankenversicherung zu Unrecht, die Transportkosten zu übernehmen, kann der Kunde aber nach einer Entscheidung des Landgerichts München sogar Anspruch auf Schmerzensgeld haben (Az.: 6 S 20960/06).

Auf Notrufdienst der Versicherung achten

Arztbehandlung im Ausland

Infos Merkblätter zu vielen Urlaubsländern mit Adressen erhalten Sie bei der Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung Ausland unter www.dvka.de.

Den Versicherungsvergleich in „Finanztest“ 6/2012 finden Sie hier. Der Abruf der vollständigen Daten ist kostenpflichtig.

Beispiele für die Erstattung mit EU-Versicherungskarte oder Auslandskrankenschein:

Frankreich Arztkosten müssen zunächst selbst bezahlt werden. Gegen Vorlage der EU-Versicherungskarte und des Behandlungsscheines werden Kosten bei der regionalen Caisse Primaire d’Assurance Maladie erstattet. Zuzahlung: 30 Prozent (Arztbesuch) bis 85 Prozent (gering wirksame Medikamente)

Italien Behandlung beim Vertragsarzt der italienischen Krankenkasse (ASL), dort bekommt man die Arztliste. Zuzahlung: pro Arztbesuch 36 Euro, je nach Medikament nur Rezeptgebühr, die Hälfte oder alles

Griechenland Behandelt wird von Vertragsärzten und Einrichtungen des Gesundheitsdienstes IKA, der anteilig auch Kosten von Privatbehandlungen bezahlt. Zuzahlung bei Medikamenten 25 Prozent

Spanien Bei jedem Arzt oder in der Klinik. Zahnarztbehandlungen müssen fast immer selbst bezahlt werden. Zuzahlung bei Medikamenten 40 Prozent

Türkei Man braucht von der Regionalstelle der Sozialversicherungsanstalt (SGK) eine Gesundheitshilfebescheinigung. Damit wird man in einer staatlichen Einrichtung behandelt, in privaten Einrichtungen sind bis zu 30 Prozent zuzuzahlen, sofern diese einen Vertrag mit der SGK abgeschlossen haben

Gespräch mit Mareke Kortmann, Europäisches Verbraucherzentrum (EVZ), Kiel, Mai 2009

Gespräch mit Katharina Henrich, Stiftung Warentest, Mai 2009

Untersuchung Stiftung Warentest, Mai 2012

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Auslandskrankenversicherung: Vergleichsrechner

Viel Schutz für wenig Geld durch private Reisekrankenversicherung

Bei Reisen außerhalb der Europäischen Union sollte eine Reisekrankenversicherung abgeschlossen werden. Mit einer solchen Reisekrankenversicherung ist man im Fall von Krankheit oder Unfall auch im Ausland abgesichert. Eine Reisekrankenversicherung übernimmt die Kosten für ambulante, stationäre und zahnärztliche Behandlungen. Gut ist es, wenn darüber hinaus auch für den medizinisch notwendigen Rücktransport des Versicherten sowie einer Begleitperson aus dem Ausland gezahlt wird.

Für Reisen bis zu sechs Wochen kostet die Zusatzversicherung meist nicht mehr als 60 Cent pro Person und Tag. Allerdings muss auch hier auf die Vertragsbedingungen geachtet werden, denn oftmals wird ein Mindestbeitrag verlangt. Daher kann es sich lohnen, gleich eine Jahrespolice abzuschließen. Es gibt bereits Angebote ab etwa zehn Euro im Jahr.

Für einzelne Personengruppen gibt es darüber hinaus besondere Angebote, wie eine Reisekrankenversicherung für Studenten oder Schüler. Die bleiben oft länger im Ausland als wenige Urlaubswochen und benötigen daher andere Versicherungsbedingungen. So sollte eine Kontrolluntersuchung beim Zahnarzt vorgesehen sein. Bei chronischen Vorerkrankungen müssen regelmäßige Untersuchungen und die dazugehörigen Medikamente bezahlt werden. Viele Krankenkassen bieten unterschiedliche Varianten an, je nach Dauer des Auslandsaufenthalts.

Mit der Europäischen Krankenversicherungskarte (European Health Insurance Card – EHIC) können gesetzlich Krankenversicherte europaweit medizinische Leistungen erhalten. Allerdings kann es auch in Ländern, in denen die Europäische Krankenversicherungskarte gilt, zu Problemen kommen – teilweise wird sie von örtlichen Ärzten nicht akzeptiert und man erhält eine Rechnung für die Behandlung, die man dann bei seiner gesetzlichen Krankenkasse einreichen muss. In diesen Fällen wird meist versucht, einen höheren Satz in Rechnung zu stellen, der dann unter Umständen nicht in voller Höhe von den deutschen Krankenkassen erstattet wird. Gerade in Urlaubsländern in Strandnähe bestehen viele Ärzte auf private Abrechnung. Deshalb empfiehlt sich der Abschluss einer Auslandsreisekrankenversicherung in jedem Fall.

REISEKRANKENVERSICHERUNG: VERGLEICHSRECHNER

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Auslandskrankenversicherung für Reisen in der EU sinnvoll?

Deutsche Urlauber, die in der GKV versichert sind, haben innerhalb der EU und in Ländern, mit denen ein Sozialversicherungsabkommen besteht, einen Krankenversicherungsschutz. Die Leistungen richten sich jedoch nach dem Sozialrecht des Reiselandes. Wer bezüglich des Leistungsumfanges sicher gehen will, dem empfiehlt sich auch für diese Länder eine Auslandskrankenversicherung.

Rund 80 % der Deutschen, die eine Urlaubsreise buchen, schließen eine Auslandskrankenversicherung ab. Und in diesem Fall geht die Mehrheit nicht Fehl. Denn obwohl innerhalb der EU-Staaten die Europäische Krankenversicherungskarte gilt und Deutschland auch mit vielen Staaten außerhalb Europas ein Sozialversicherungsabkommen ratifiziert hat, bieten nur Auslandkrankenversicherungen einen umfassenden Schutz.

Grundsätzlich gilt in der deutschen Sozialversicherung und damit auch in der Krankenversicherung das Territorialitätsprinzip. Einfach gesagt: der Versicherte kann die im Sozialgesetzbuch verankerten Leistungen nur im Geltungsbereich des Gesetzes erwarten (SGB V § 16).

Innerhalb der EU und des EWR ist dieses Territorialprinzip aber teilweise aufgehoben. Durch die EU-Verordnung VO 1408/71 kommen die Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung auch dort in den Genuss der Leistungen der jeweiligen gesetzlichen Krankenversicherung. Diese Länder sind:

Mit anderen Ländern hat Deutschland ein sogenanntes Sozialversicherungsabkommen unterzeichnet.

  • Australien, Bosnien-Herzegowina, Brasilien, Chile, China, Indien, Israel, Japan, Kanada, Korea, Kosovo, Kroatien, Marokko, Mazedonien, Montenegro, Serbien Türkei, Tunesien, USA

Innerhalb des EWR und in den Ländern, mit denen ein Sozialversicherungsabkommen besteht, ist der Reisende bei Vorlage eines Urlaubskrankenscheins oder der Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) krankenversichert. Die Leistungen richten sich nach dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung des jeweiligen Landes. Das heißt aber, dass einerseits häufig teure Kostenbeteiligungen fällig werden und andererseits der Rücktransport nur in den seltensten Fällen versichert ist.

Für Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung ist es deshalb in jedem Fall ratsam, eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen, auch wenn die Reise in eines der oben genannten Länder führt.

Mitgliedern der PKV stehen im Ausland grundsätzlich dieselben Leistungen zu wie in Deutschland, sofern diese sich in den Grenzen Europas bewegen. Bei Reisen außerhalb Europas gilt der PKV-Leistungskatalog üblicherweise nur für einen Monat. Zudem differiert das Leistungsangebot der einzelnen PKV-Gesellschaften für derartige Reisen beträchtlich. Wer eine mehrwöchige Reise über die Grenzen Europas hinaus plant, der sollte sich auch als PKV-Versicherter über zusätzliche Optionen informieren.

Источники: http://www.onmeda.de/g-rat/auslandskrankenversicherung-1023.html, http://www.krankenkassen.de/zusatzversicherungen/auslandskrankenversicherung/, http://www.auslandskrankenversicherung.eu/news/auslandskrankenversicherung-fuer-reisen-in-der-eu-sinnvoll/

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